Wer nach den Kosten einer Entrümpelung sucht, findet im Netz vor allem eines: Quadratmeterpreise. Diese Zahlen sind bequem, aber sie führen in die Irre. Denn die Wohnfläche sagt wenig darüber aus, wie viel tatsächlich hinausgetragen werden muss.
Die drei Faktoren, die den Preis bestimmen
Volumen. Entscheidend ist, wie viele Kubikmeter am Ende im Fahrzeug landen. Eine spärlich möblierte 90-m²-Wohnung kann günstiger sein als eine vollgestellte 50-m²-Wohnung mit befülltem Keller. Seriöse Anbieter schätzen deshalb das Volumen, nicht die Fläche.
Zugang. Stockwerk, Lift, Stiegenhausbreite und die Entfernung zum Fahrzeug bestimmen, wie lange das Austragen dauert. Zwischen einer Erdgeschosswohnung mit Zufahrt bis zur Tür und einem vierten Stock ohne Lift liegt bei gleichem Inhalt schnell das Doppelte an Arbeitszeit.
Entsorgung. Die Entsorgungskosten hängen von der Fraktion ab. Sortenrein getrenntes Altholz oder Metall ist deutlich günstiger als gemischter Restmüll. Problemstoffe – Farben, Lacke, Altöl, Batterien, Leuchtstoffröhren – müssen gesondert behandelt werden und schlagen zusätzlich zu Buche.
Richtwerte für Oberösterreich
Als grobe Orientierung für durchschnittlich möblierte Objekte inklusive Entsorgung und Anfahrt: ein einzelnes Kellerabteil ab etwa 250 Euro, eine 1-Zimmer-Wohnung zwischen rund 450 und 900 Euro, eine 2- bis 3-Zimmer-Wohnung zwischen etwa 900 und 1.900 Euro. Ein Haus mit Keller, Dachboden und Nebengebäuden liegt je nach Zustand zwischen rund 3.000 und 6.000 Euro. Eine detaillierte Aufstellung finden Sie auf unserer Preisseite.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Ein belastbares Angebot entsteht nach einer Besichtigung, nicht am Telefon. Wer ohne Objektkenntnis einen auffällig niedrigen Preis nennt, kalkuliert die Differenz meist über Nachforderungen am Räumungstag – wenn Sie kaum noch ausweichen können.
Achten Sie außerdem darauf, dass der Anbieter zur Sammlung von Abfällen befugt ist. In Oberösterreich ist dafür die Erlaubnis des Landes gemäß § 24a AWG 2002 erforderlich. Ohne sie ist unklar, wo Ihr Hausrat am Ende landet – und die Verantwortung dafür bleibt im Zweifel bei Ihnen.
So senken Sie die Kosten
Der wirksamste Hebel ist die Anrechnung von Verwertbarem: Massivholzmöbel, Altmetall, funktionsfähige Geräte oder Werkzeug haben einen Restwert. Zweitens hilft ein flexibler Termin, weil sich Aufträge in derselben Region bündeln lassen. Und drittens: Wenn Sie Papier, Textilien oder Elektrokleingeräte selbst zum Altstoffsammelzentrum bringen, sinkt das zu entsorgende Volumen.
Was sich dagegen selten rechnet, ist das teilweise Selbst-Vorräumen von Möbeln. Das kostet Sie viel Zeit und ändert am Aufwand für das Team wenig, weil ohnehin ein Fahrzeug und die volle Mannschaft anrücken müssen.